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Globuli, vegane Ernährung und andere Nicklichkeiten

15.01.2012

Die heilpraktische Behandlung scheint für unsere momentanen Bedürfnisse sehr passend. Es ist eine nicht so radikale (so dachten wir zumindest), sondern vielmehr sanfte Behandlungsform. Man tut etwas ohne wirkliche negative Konsequenzen. Wir haben Zeit, unseren immer noch tiefsitzenden Schock zu bearbeiten, ohne tatenlos zu sein und uns gleich in die nächste psychische Belastung zu stürzen.

Ich bin der Meinung, dass bei jeder Behandlung der Glaube an selbige eine Rolle spielt – der erwiesene Placebo-Effekt halt. Ich lass mich voll drauf ein und erfahre, dass auch eine natürliche Behandlung durchaus radikal sein kann.

Zunächst bekomme ich Globuli und andere Nahrungsergänzungsmittel, die bei der Stimulation körpereigener Prozesse helfen sollen. Die Therapie verfolgt den Ansatz, alle Überlastungen der Organe durch Stresshormone, Übersäuerungen und Unterversorgung zu reduzieren. Der Körper soll wieder freie Kapazitäten erhalten, um sich mit der Fortpflanzung beschäftigen zu können. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, soll ich auf Gluten und tierische Eiweiße verzichten. Diese sind für den Organismus schwer zu verdauen und zu verwerten, so binden sie Energien, die für Heilungsprozesse notwendig sind. Der Effekt bei konsequentem Verzicht, vor allem auf tierische Eiweiße, ist absolut faszinierend. Zwar bin ich erst genervt, weil alles teuer, geschmacksneutral und kompliziert ist, aber nach nur ein paar Tagen genieße ich neue Energie, die ich noch gar nicht kannte – außerdem riecht mein Schweiß auch beim Sport nicht mehr unangenehm. Veganismus ist gar nicht so schlecht, aber glutenfrei möchte ich nicht leben. Auf tierische Produkte werde ich aber sicherlich noch länger verzichten – der Effekt ist einfach unglaublich.

Neben der Ernährungsumstellung wird mir Sport verordnet, damit der Körper Stresshormone (Cortisol) besser abbaut. Ich fange also an zu joggen und muss gestehen, es macht Spaß und ich fühle mich wirklich entspannter, sogar glücklicher. Der Cortisolwert wird übrigens auch bei dem ersten Termin in der KiWu-Klinik durch die Blutentnahme ermittelt, ist also auch aus medizinischer Sicht ein relevanter Wert bei der Fortpflanzung.

Die heilpraktische Behandlung ist teuer – pro Termin zahle ich 100,- € – und wird natürlich nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Es gibt die Möglichkeit, „Heilpraktiker“-Zusatzversicherungen abzuschließen. Das kann man meist bei der eigenen Krankenversicherung. Unsere hätten aber maximal 80% der Kosten übernommen und dann auch nur max. 1.000,- € im Jahr. Da uns bereits klar war, dass wir diese Behandlung intensiv nutzen wollen und werden, haben wir uns für die Gothaer – Natura entschieden. Diese Zusatzversicherung übernimmt 100% der Kosten, auch für die homöopathischen Medikamente, und ist in der jährlichen Übernahme gestaffelt. Im ersten Kalenderjahr 500,- €, im zweiten 1.000,- € und im dritten 2.000,- €. Man muss allerdings die ersten drei Monate nach Vertragsabschluss die Sperrfrist abwarten, erst dann kann man sie in Anspruch nehmen. Rieke hatte es in weiser Voraussicht schon im letzten Herbst abgeschlossen, so dass ihr gleich 1.000,- € zur Verfügung standen. Meine Termine finden aber auch nur alle 4 Wochen statt. Rieke hingegen tingelt einmal die Woche zu Herrn K.

Edit 2014: Die Gothaer hat ihr Angebot an Zusatzversicherungen deutlich geschmälert. Die Gothaer-Natura gibt es so nicht mehr. Rieke wurde außerdem jährlich hochgestuft, so dass sich die Versicherung nur noch lohnt, wenn sie wirklich die 2.000,- € im Jahr ausschöpft.

 In diesem Behandlungsjahr haben wir gemeinsam 20kg abgenommen und uns so elanvoll wie noch nie gefühlt. Wir sind der Meinung das uns die Behandlung, auch wenn sie nicht zum erwünschten Erfolg führt, gut tut und dass wir sie nicht bereuen werden.

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