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Allgemein, Mein Weg

Geräusche von der Hintertür

05.09.2018

Das eigene Haus ist mein Synonym für unser kinderfreies Leben. Das klingt vielleicht etwas schräg, aber tatsächlich bin ich nur wenige Tage nach der ausschlaggebenden Fehlgeburt auf unser jetziges Haus gestoßen. Die Zeit nach der Beendigung unseres aktiven Kinderwunsches war gefüllt mit Sanierung- und Renovierungsarbeiten. Wir mussten das Dach dämmen, den Dachstuhl verstärken, Wasser- und Stromleitungen legen, Trockenbauwände stellen, hier mal ein Fenster reparieren, dort mal ein Türschloss austauschen. Das Haus hat unsere letzten zwei Jahre stark geprägt. Weiterlesen…

Allgemein, Mein Weg

Ein Jahr ohne Kinderwunsch-Behandlung

07.02.2018
Helge und Rieke vor ihrem Haus

Wir haben vor über einem Jahr unsere Kinderwunsch-Behandlung beendet. Doch was ist dann passiert? War dann einfach alles vorbei? Mitnichten.

Der Kinderwunsch hat uns einiges abverlangt, viele Enttäuschungen warfen uns zu Boden und das Licht am Ende des Tunnels schien schon oft erloschen. Bei all den negativen Erlebnissen wurde uns klar, dass wir eine Perspektive brauchen, die auch ohne Kinder, erfüllend sein kann. Nur, ganz so leicht ist das natürlich nicht. Betrügt man sich nicht selber, indem man eine Zukunftsvision ersinnt, die auch ohne Kinder auskommt? Sind Kinder dann für mich letztlich doch nicht so wichtig, wie ich immer dachte? Weiterlesen…

Allgemein, Mein Weg

Exit Strategie vom Kinderwunsch

26.07.2016
Exit Strategie von Helge

Nu is‘ aber gut. Reicht! Spaß is‘ auch was anderes. Wieso nochmal? Bringen tut’s ja offensichtlich nichts.

So und so ähnlich meldete sich immer wieder meine innere Stimme. Die Kinderwunschbehandlung begann ihre Fratze zu zeigen, also musste eine Exit Strategie her. Passend dazu haben schon Icke&Er formuliert:

Den gesamten Song könnt ihr euch hier ansehen.

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Allgemein

Leinen los und Kurs auf ICSI setzen

24.01.2016
Helge nimmt mit der MS Kiwu Kurs auf ICSI

Unser Beziehungsschiff wurde frisch abgedichtet, wir haben unsere Altlasten gelöscht, haben abgelegt und den sicheren Hafen der Behandlungspause hinter uns gelassen. Die Strömungen der Gezeiten beginnen langsam an den Planken unseres Bootes zu zerren und wir sind den Wogen der Kinderwunschmeere schutzlos ausgeliefert. Doch unser Schiff segelt sicher dahin und die Mannschaft hat die Taue fest im Griff.

Aber beginnen wir weiter vorne und lassen mal das Seemannsgarn weg. Weiterlesen…

Allgemein

Kinderwunsch und die Kosten einer künstlichen Befruchtung

25.08.2015

Zu Beginn unserer Kinderwunschzeit habe ich lange nach den Kosten für die unterschiedlichen Formen der künstlichen Befruchtung gesucht, daher nun hier ein kleiner Infoartikel zu diesem Thema.

Kosten der künstlichen Befruchtung
BehandlungsformKostenEigenanteilAnzahl 1
IUI
(Intrauterine Insemination)
224,98 €50%8
IVF
(In Vitro Fertilisation)
1.762,13 €50%5
(wenn kein ICSI)
ICSI
(intra-zytoplasmatischen Spermien Injektion)
1.643,91 €50%5
(wenn kein IVF)
ICSI bei 2-6 Eizellen
(intra-zytoplasmatischen Spermien Injektion)
3145,30€50%5
(wenn kein IVF)
Follikelpunktion mit Vollnarkose
(Eizellgewinnung)
220,00 €89,00 €5
Kryokonservierung 2380,55 €100%
Zusätzliche Kryokonservierung 3110,25 €100%
Auftauung und Transfer
nach Kryokonservierung
484,02 €100%
Blastozystenkultur /-Transfer598,05 €100%
Einfrieren und späteres Einsetzen
einer überzähligen Blastozyste
179,64 €100%

1 förderfähiger Versuche | 2 von 4 befruchteten Eizellen | 3 von weiteren 4 befruchteten Eizellen

Diese Übersicht ist nur ein Anhaltspunkt, denn jede Klinik und jedes Bundesland hat unterschiedliche Preise und Förderungen. In jedem Fall seht ihr, dass die Kinderwunschbehandlung auch eine finanzielle Herausforderung ist. Jedoch lassen sich die Kosten reduzieren, indem ihr die Krankenkasse wechselt. Die DAK-Gesundheit ist im Jahr 2016 die einzige mir bekannte Kasse, die alle Positionen mit 50% Eigenanteil und die Follikelpunktion zu 100%* übernimmt. Alle weiteren Leistungen sind aber auch bei der DAK ausgenommen.

* oft sind diese Leistungen nur für ein Jahr im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten und werden dann zum Jahreswechsel wieder gestrichen. Wenn Du aber einen genehmigten Behandlungsplan erhältst, ist dieser (unabhängig von Änderungen der Leistungen) ein Jahr lang gültig.

Stand: 23.01.2016

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Ein wilder Mann

05.05.2015
Ein wilder Mann

Rieke ist schwanger. Hammer. Unglaublich. Doch schon unsere Heilpraktikerin wusste:

Es braucht nur einen wilden Mann!

So richtig kann ich es aber nicht glauben. Vom Gefühl bin ich mir zwar sicher, aber der Kopf sagt ständig: Die Situation hattest du doch schon und am Ende wurdest du enttäuscht (siehe Himmelhoch jauchzend, bitter weinend).

Und auch dieses Mal läuft nicht alles perfekt. Rieke hat sich direkt zu Beginn der Schwangerschaft eine ordentliche Erkältung aufgesackt. Wenn sie Kraft für die Genesung benötigt, bleibt sicherlich wenig für den Embryo übrig. Als dann aber noch (leichte) sogenannte Schmierblutung auftreten, sinkt meine Zuversicht in den Keller.

Um aber alles zu unternehmen, was uns möglich ist, geht Rieke zur Frauenärztin. Zu den Empfangsdamen der Praxis könnte ich einen eigenen Beitrag schreiben. Die haben tatsächlich versucht, Rieke trotz ihrer früheren Fehlgeburt und der jetzigen Blutungen abzuwimmeln, konnten sich aber glücklicherweise gegen meine Frau nicht durchsetzen. Ätsch. Am Ende saß Rieke – zwar weinend, aber immerhin – im Wartezimmer. Unglaublich, wie man so mit den Gefühlen seiner Patientinnen umgehen kann. Die Untersuchung zeigt aber nichts auffälliges. Der kleine Punkt (da wollte sich die Frauenärztin nicht festlegen) auf dem Ultraschall und der hcg-Wert zeigen deutlich: Rieke ist schwanger!

„Abwarten“ sagt die Frauenärztin.
Die Blutungen versiegen noch am gleichen Tag und Rieke fühlt sich wohl. Jeder weitere Tag kurbelt das Kopfkino weiter an und lässt die Hoffnung steigen. Wir beginnen sogar schon zaghaft den Geburtstermin auszurechnen und die Raumaufteilung in unserer Wohnung zu überarbeiten. Wir fühlen uns zunehmend sicher. Was soll passieren? Na klar, alles mögliche kann noch schiefgehen, aber wir vertrauen auf das gute Gefühl. Heute treten wir in die 6+0 SSW ein und übermorgen steht der Ultraschalltermin an. Endlich bekommen wir ein Bild von unserem Glück!

Herzschlag bricht ab

Und während ich das hier schreibe, ruft Rieke aus dem Bad nach mir………Es ist vorbei. Ein neuer Stern geht auf.

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Behandlungspause mit Überraschung

26.04.2015
Helge in der Behandlungspause

Die letzte Kinderwunsch-Behandlung hat mich unerwartet stark mitgenommen (siehe Leise Tränen). Die Gefühle haben sich potenziert und ich begann mir Sorgen zu machen, wie es nun bei der nächsten Behandlung werden würde. Muss ich mich auf eine noch turbulentere Achterbahnfahrt der Gefühle einstellen?


Wir entschließen uns, einen Zyklus auszusetzen, um uns Zeit zur Verarbeitung zu geben und wieder etwas Kraft zu sammeln. Außerdem ist Rieke ständig erkältete und möchte erstmal wieder zu kräften kommen.

In Windeseile fällt die Anspannung von mir ab. Das Leben fühlt sich leichter an und der Druck auf den Schultern weicht. Ich kann mir förmlich dabei zusehen, wie die Verdrängung einsetzt und alles unangenehme in Vergessenheit gerät. Ab und zu überfällt mich dann aber doch die Sehnsucht, wenn ich die Freundeskinder in den Armen halte. Es drängt sich mir der Gedanke auf, dass mein Leben zwar leicht, aber auch etwas inhaltsleer ist, solange unser Wunsch sich nicht erfüllt und wir keine Kinder haben. Kurzum: Kurzzeitig ist es angenehm, den Kinderwunsch beiseite zu schieben, aber Kinder fallen auch nicht einfach vom Himmel.

Es geht also wieder los – IUI, die 3.

Am Ende des Zyklus, den wir ohne Behandlung verstreichen lassen haben, sichere ich uns einen Termin bei der Kinderwunsch-Klinik für die Ultraschalluntersuchung (Follikel Screening). Der frühe KiWu-Mann fängt die beliebten 7:30 Uhr-Termine! Nach zwei verstrichenen Tagen sinkt Riekes Laune, die lila Minions kommen hervor und ich gehe in Habachtstellung. Dieser neue Zustand hält noch etwas an, wir sind aber mittlerweile ein eingespieltes Team und zerkratzen uns nur ganz selten die Gesichter. Aber mir schwant, dass irgendwas anders ist. Aber ich bleibe vorsichtig. Sie hat zwar schlechte Laune und ihre Blutung bleibt aus, aber die kommt ja manchmal etwas später erst. Naja, 3 Tage später? 5 Tage später??

Da stimmt was nicht

Ich sage den Termin in der Kinderwunsch-Klinik wieder ab, der Zeitplan ist total hinüber.

Wir sind auf einem Geburtstag eingeladen und Rieke überlegt, schon auf Alkohol zu verzichten. Sie kommt zu dem Schluss, dass es auch ihrem allgemeinen Gesundheitszustand gerade nicht schadet, wenn sie lieber den alkoholfreien Sekt mitnimmt. Auffallen tut es eh niemanden, alle wissen, dass Rieke aufgrund der KiWu-Behandlung immer mal wieder auf Alkohol verzichtet. Mit zaghaftem Hoffen hat Rieke sich getraut einen Schwangerschaftstest zu kaufen, den wir am folgenden Morgen zurate ziehen wollen.

Überraschung

Der Test zeigt positiv, ich bin irritiert. Ausgerechnet der Zyklus, den wir zum Pausieren nutzen wollten, hat zur Schwangerschaft geführt? Verrückt! Dabei konnten wir den RatSCHLAG: „Entspannt euch, dann klappt das schon.“ nie ertragen.

Trotz der unglaublichen Wendung, habe ich Hemmungen mich direkt auf die neue Situation einzulassen. Zu tief sitzt noch der Schmerz der letzten Fehlgeburt.

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…und wollt ihr nicht auch mal loslegen mit Kinderkriegen?

28.03.2015
Helge spricht über das Kinderkriegen

Wie oft haben wir den Satz schon gehört! Wohl auch jeder andere Mensch mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Was sagt man(n) da? Wie reagiert man(n)?

Als unsere, meist etwas älteren Freunde anfingen Kinder zu bekommen, da wussten wir noch nicht, welchen Weg wir gehen würden. Da haben wir gestrahlt und gesagt: „Oh ja, wenn Helge seine Ausbildung fertig hat, wir beide eine festes Einkommen, wir noch eben unsere erste große, gemeinsamen Reise gemacht haben, dann soll’s mit dem Kinderkriegen losgehen. Spätestens!“. Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir uns auf jeden Fall Kinder wünschen.

Tja und wenn man dann nicht abliefert, kann man dann schlecht sagen: „Och nö, wir lassen uns noch Zeit. Muss auch nicht sein.“.  Kauft einem ja keiner ab. Hat man dazu noch eine Frau, die immer ehrlich sein muss,  schaut man nicht selten in betretene Gesichter. Ungefragt haben wir nie davon erzählt, aber wer fragt bekommt eine ehrliche Antwort. Uns ist es nicht peinlich, wieso auch? Wir können nichts dafür, dass es so ist. Innerhalb der Familie und des Freundeskreises lassen wir auch keine Details aus. Das hat für uns gleich mehrere positive Aspekte:

  1. Man wird seltener gefragt.  Entweder ist die Frage dann befriedigend geklärt oder die Leute, meist die die man weniger gut kennt, sind tatsächlich unangenehm berührt und fragen liebe nicht nochmal nach.
  2. Man kann den Rotz auch mal bei jemand anderem loswerden, als nur beim Partner. Freunde stützen einen und sind für einen da.
  3. Man erfährt auf einmal wie viele Menschen von einem unerfüllten Kinderwunsch oder ähnlichem Schicksalen betroffen sind! Man gewinnt die Erkenntnis, dass man damit tatsächlich nicht alleine ist und findet bestenfalls noch jemanden, mit dem man Erfahrungen austauschen kann.
  4. Man macht die Welt ein bisschen klüger. Unser Umfeld hat auf jeden Fall viel über die weibliche Anatomie und die menschliche Fortpflanzung dazugelernt.

In unserem Fall ist es so, dass  Freundinnen von Rieke, aber auch mein Bruder so sehr mitfiebern, dass es den Anschein macht, dass sie teilweise aufgeregter sind als wir selbst. Gelegentlich ist das schon fast etwas anstrengend, wenn man so häufig gefragt wird, wie denn nun der aktuelle Stand ist und dadurch immer wieder auch von negativen Ergebnissen berichten muss. Gleichzeitig ist es schön, denn es zeigt ja auch wie gern sie uns haben.

Auch im beruflichen Umfeld wurden wir gefragt und haben geantwortet, wenn auch zurückhaltender, weniger umfangreich und detailliert. Bisher haben wir dadurch nie Nachteile erfahren. Im Gegenteil, die Menschen, die uns nicht allzu fremd sind, reagierten interessiert und aufgeschlossen. Andere wechselten das Thema, auch gut. Irgendwie waren wir dadurch weiterhin dabei, standen nicht am Rand und haben den Kontakt verloren, weil andere Kinder bekamen, wir aber nicht. Wenn unsere Freunde über ihre, durch den Nachwuchs veränderte, Lebenssituation sprachen hatten auch wir ein entsprechendes Thema, anders aber artverwandt. Vor allem aber hat es uns Patenkinder eingebracht, noch und nöcher. Alle wollten, dass wir irgendwie auch teilhaben können an dem Wunder Menschwerden. Vielen Dank dafür!