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Behandlungspause mit Überraschung

26.04.2015
Helge in der Behandlungspause

Die letzte Kinderwunsch-Behandlung hat mich unerwartet stark mitgenommen (siehe Leise Tränen). Die Gefühle haben sich potenziert und ich begann mir Sorgen zu machen, wie es nun bei der nächsten Behandlung werden würde. Muss ich mich auf eine noch turbulentere Achterbahnfahrt der Gefühle einstellen?


Wir entschließen uns, einen Zyklus auszusetzen, um uns Zeit zur Verarbeitung zu geben und wieder etwas Kraft zu sammeln. Außerdem ist Rieke ständig erkältete und möchte erstmal wieder zu kräften kommen.

In Windeseile fällt die Anspannung von mir ab. Das Leben fühlt sich leichter an und der Druck auf den Schultern weicht. Ich kann mir förmlich dabei zusehen, wie die Verdrängung einsetzt und alles unangenehme in Vergessenheit gerät. Ab und zu überfällt mich dann aber doch die Sehnsucht, wenn ich die Freundeskinder in den Armen halte. Es drängt sich mir der Gedanke auf, dass mein Leben zwar leicht, aber auch etwas inhaltsleer ist, solange unser Wunsch sich nicht erfüllt und wir keine Kinder haben. Kurzum: Kurzzeitig ist es angenehm, den Kinderwunsch beiseite zu schieben, aber Kinder fallen auch nicht einfach vom Himmel.

Es geht also wieder los – IUI, die 3.

Am Ende des Zyklus, den wir ohne Behandlung verstreichen lassen haben, sichere ich uns einen Termin bei der Kinderwunsch-Klinik für die Ultraschalluntersuchung (Follikel Screening). Der frühe KiWu-Mann fängt die beliebten 7:30 Uhr-Termine! Nach zwei verstrichenen Tagen sinkt Riekes Laune, die lila Minions kommen hervor und ich gehe in Habachtstellung. Dieser neue Zustand hält noch etwas an, wir sind aber mittlerweile ein eingespieltes Team und zerkratzen uns nur ganz selten die Gesichter. Aber mir schwant, dass irgendwas anders ist. Aber ich bleibe vorsichtig. Sie hat zwar schlechte Laune und ihre Blutung bleibt aus, aber die kommt ja manchmal etwas später erst. Naja, 3 Tage später? 5 Tage später??

Da stimmt was nicht

Ich sage den Termin in der Kinderwunsch-Klinik wieder ab, der Zeitplan ist total hinüber.

Wir sind auf einem Geburtstag eingeladen und Rieke überlegt, schon auf Alkohol zu verzichten. Sie kommt zu dem Schluss, dass es auch ihrem allgemeinen Gesundheitszustand gerade nicht schadet, wenn sie lieber den alkoholfreien Sekt mitnimmt. Auffallen tut es eh niemanden, alle wissen, dass Rieke aufgrund der KiWu-Behandlung immer mal wieder auf Alkohol verzichtet. Mit zaghaftem Hoffen hat Rieke sich getraut einen Schwangerschaftstest zu kaufen, den wir am folgenden Morgen zurate ziehen wollen.

Überraschung

Der Test zeigt positiv, ich bin irritiert. Ausgerechnet der Zyklus, den wir zum Pausieren nutzen wollten, hat zur Schwangerschaft geführt? Verrückt! Dabei konnten wir den RatSCHLAG: „Entspannt euch, dann klappt das schon.“ nie ertragen.

Trotz der unglaublichen Wendung, habe ich Hemmungen mich direkt auf die neue Situation einzulassen. Zu tief sitzt noch der Schmerz der letzten Fehlgeburt.

1 Kommentar

  • Antworten Jessi 06.05.2015 um 20:17 Uhr

    Ich gratuliere euch! Ich kann mir kaum vorstellen wie groß die Last sein muss, die gerade von euch fällt!

    Ich wünsche euch alles Gute für die Schwangerschaft!

    LG Jessi

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