Gesellschaftlich

Leihmutterschaft – Der einfache Weg zum Wunschkind

07.03.2017
Helges Gedanken zu Leihmutterschaft

Leihmutterschaft - Mein persönliches Fazit

Die Entscheidung für oder gegen eine Leihmutterschaft habe ich sorgsam überdacht. Lange habe ich mich mit dem Thema befasst, jetzt fällt mein Fazit deutlich aus.

Einige Wochen, eher schon Monate, habe ich Bücher, Artikel, wissenschaftliche Untersuchungen aufgesogen und intensiv auf beide Seiten der Medaille geschaut. So sehr ich mich auch zu Beginn um Neutralität bemüht habe, gewann die Schattenseite für mich zunehmend an Gewicht. Tatsächlich bezweifle ich, ob der bloße Wunsch nach einem eigenen Kind mir Rechtfertigung genug sein kann.

Vorweg: Ich halte mich nicht für die moralische Instanz, die vorgibt, was richtig oder falsch ist. Auch habe ich mir während der eigenen Kinderwuschzeit fest vorgenommen, niemanden zu verurteilen, und dabei möchte ich auch bleiben. Hier schildere ich vielmehr meine eigene Sicht auf die Leihmutterschaft, behalte dabei meine eigenen gesellschaftlichen Werte im Hinterkopf und schaue, ob ich sie in der deutschen Rechtsprechung wiederfinde. Explizit will ich hier nicht auf die Bedürfnisse von homosexuellen Paaren eingehen.

Wie sieht die ethische Seite aus?

Ich habe oft selber kein Verständnis für Moralapostel, die meinen, nur Gott dürfe Leben erschaffen. Nein, auch unser KiWuKinderwunsch-Doc darf das. Sehr gerne sogar, wenn er es nur könnte. Nur leider konnte er es bei uns nicht. Im Gegensatz zur Leihmutterschaft ging es dabei bloß immer um unsere eigenen Körper. Niemand musste für uns Unmengen an Hormone und Medikamente nehmen und sich selbst damit auch ein wenig in Gefahr bringen. Den Körper einer Frau zu mieten, ist eine völlig andere Dimension.

Dort, wo ich finanziell eine Leihmutter in Betracht ziehen könnte, sind die ethischen Grundlagen schwierig. Das betrifft vorwiegend russische, ukrainische oder indische Kliniken. Die Frauen dort, stammen oft aus ärmlichen Verhältnissen und ich konnte keine Klinik finden, die mich eines Besseren belehren konnte. In den Ländern, z.B. einigen Bundesstatten der USA, in denen die Situation der potentiellen Leihmütter besser ist und bei denen ich mir eine gleichberechtigte Ausganglage vorstellen kann, sind die Kosten für meinen Geldbeutel zu hoch. Ein Dilemma!

Ich muss feststellen, dass ich mir eine ethisch vertretbare Leihmutterschaft nicht leisten kann. Somit scheidet die Variante im Niedrigkostenbereich für mich aus.

Finde ich eine faire Lösung?

Die USA scheiden aus finanziellen Gründen aus. Aber wie könnte ich auf den Gedanken kommen, eine thailändische oder indische Leihmutter möchten mir reichen Schnöseln nur helfen mein eigenes Kind zu bekommen? Geld spielt dabei keine Rolle? Auch die Annahme, dass es ganz einfach ist, Kinder einer Leihmutter aus der Ukraine mit nach Deutschland zu nehmen, ist nicht immer richtig. Die FAZ hat einen Artikel über ein Ehepaar veröffentlicht, bei denen es nicht so reibungslos lief, wie mein Beispiel der ukrainischen Klinik von der ersten Seite mir glauben machen will.

In meinem Beispiel der ukrainischen Klinik werden Verträge unterzeichnet, in denen Leihmütter im Falle einer Fehlgeburt 1.500 € erhalten. Womöglich ist es für sie viel Geld. Aber gerade diese Annahme ist doch eigentlich absurd. Ich agiere mit Leihmüttern aus Russland, Indien, der Ukraine oder Thailand nicht auf Augenhöhe. Ich lebe in einem reichen Land, mir mangelt es an nichts. Sie leben in anderen Verhältnissen, sorgen sich um die Bildung ihrer eigenen Kinder, können sich vielleicht nicht mal sauberes Wasser leisten, geschweige denn jeden Sonntag Bio-Eier essen. Sie könnten sich, wären sie ungewollt kinderlos, niemals eine Leihmutter leisten. Ist das fair?

Leihmutterschaft ist kommerziell

Leihmutterschaft ist ein Geschäft. Es gibt Gewinner und Verlierer. Diejenigen, die sich am wenigsten wehren können, werden ausgenutzt und diejenigen, die Geld haben, können sich ein Kind kaufen. Freie Entscheidungen gibt es auf der Seite der Leihmütter möglicherweise nur in den USA. Geldsorgen sind häufige Gründe, den eigenen Körper zu vermieten. Für mich ist das dann keine freiwillige Entscheidung mehr. Wohlgemerkt, es geht hier um gravierende Eingriffe in Körper, Selbstbestimmung und Hormonhaushalt.

Selbst in Kalifornien gilt das kommerzielle Argument. Die Kliniken dort wählen zwar Frauen aus, die nicht zwingend auf die Bezahlungen durch Leihmutterschaft angewiesen sind, aber dennoch werde ich den Eindruck nicht los, sie würden es nur wegen des Geldes tun. Wenn sich eine Leihmutter durch ihre Tätigkeit mehr Freizeit verdient, um somit für ihre eigenen Kinder da zu sein, ist es doch immer noch eine Vermietung des Körpers. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich jemand dieser Tortur mit Spritzen, Wehen und Geburt aussetzt, abgesehen von einer psychische Belastung – die ich allerdings nicht recht einschätzen kann – um jemanden (recht fremden) selbstlos zu helfen – die Bezahlung sei nur eine Aufwandentschädigung. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich immer von mir auf andere schließe und selber ein so schlechter Mensch bin.

Mir geistert das Schlagwort „Prostitution“ durch den Kopf, aber mit weiteren Ausführungen zu diesem Thema würde ich meine Kommentarfunktion vermutlich überlasten.

Mein Fazit – Nein, nicht für mich!

Im Sog des eigenen Kinderwunsches habe ich es selbst erlebt, dass mir einige moralische oder ethische Fragen egal wurden. Wenn ich mir aber nun, mit etwas Abstand, die eigene Haltung anschaue, schäme ich mich für manche Position die ich dabei eingenommen habe. Scham sollte nun wirklich nicht das Gefühl sein, dass ich mit meinem Kind verbinden möchte.

Letztlich muss jeder selber entscheiden, ob er/sie seine/ihre Familie mit Hilfe einer Leihmutter ausbauen möchte. Ich will niemanden verurteilen, habe aber eine eigene Meinung zu diesem Thema. Gerne vertrete ich meinen Standpunkt, denn ich stehe voll dahinter. Jedem, der auf diese Zeilen gestoßen ist, weil er/sie Informationen sucht, rate ich aber unbedingt eigene Erkundigungen einzuholen. Mein Beitrag ist nicht allgemeingültig. Es kann gut sein, dass mir positive Erfahrungen mit Leihmutterschaft in meinem Umfeld fehlen und ich daher keinen rechten Zugang zu dieser Form der Familienbildung habe, aber ich bin offen für eure Beispiele.

Gibt es keine Alternative?

Wenn ich also mit den Umständen einer Leihmutterschaft Bauchschmerzen habe, stellt sich die Frage nach einer Alternative (die der Adoption wurde ja bereits mit Nein geschlossen). Und ja, es gibt da eine: kein eigenes Kind! Ihr wisst, dass ich mich auf ein Leben ohne eigene Kinder eingestellt habe. Nach nun fast einem Jahr muss ich sagen, dass sich diese „Alternative“ mittlerweile sehr gut anfühlt. Die Diskussion, wenn es auch nur eine in meinem eigenen Kopf ist, erledigt sich, sobald die Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist. Ich bin glücklich, auch wenn etwas Wesentliches in meinem Leben fehlt. Der Verzicht auf eigene Kinder steht aber nicht mehr so sehr im Mittelpunkt. Andere Inhalte haben die große Lücke teilweise gefüllt, der Druck nach eigenen Nachkommen, z.B. durch eine Leihmutterschaft hat abgenommen.

Wie ist eure Haltung zur Leihmutterschaft? Ich kenne viele, die sich für die Leihmutterschaft entschieden haben, aber nur wenige, die offen darüber diskutieren mögen. Wie ist es bei euch? Was ist euer Fazit? Habt ihr positive Beispiele? Immer her damit.

Weiterführende Links
Pixiesfairyland: Eine 28jährige Saarländerin hat über eine Leihmutter Zwillinge bekommen. Sie schildert in ihrem Blog Pixiesfairyland, wie sie diesen Weg erlebt hat. Im September 2015 suchte sie nach Ländern in denen Leihmutterschaft erlaubt ist. Dabei musste sie schon eingestehen, dass die USA zwar gut, aber leider zu teuer sind. Die Entscheidung fiel auf die Ukraine. Dort lief tatsächlich alles so einfach ab, wie ich es zu Beginn erwähnt habe. Soweit, so gut.In ihrem Blog ist mir aber die Rolle der Leihmutter aufgefallen. Es drängt sich mir dabei der Gedanke auf, es handele sich mehr um einen Gebährapparat, als um eine Frau mit Gefühlen. Diese Objektivierung gipfelt in der Situation, in der der Mann der Blog-Autorin die Leihmutter zu einem gemeinsamen Abendessen einlädt. Die Autorin beschreibt hier ihr Unwohlsein. Die Kommunikation zwischen den Auftraggebern und der Leihmutter ist nur über den Google Translater möglich. Ich merke bei dieser Passage deutlich: Mein Weg ist das nicht.
Diplomarbeit: Leihmutterschaft als Rechtsproblem
Buchtipp: Kinder machen von Andreas Bernard
Dokumentation über Eizellspende: Das Kind der Anderen – Das Tabu der Eizellspende (Teil 1, Teil 2, Teil 3)
Gerichtsurteil: Der Bundesgerichtshof hat 2014 ein Urteil gefällt, in dem die Elternschaft einer Leihmutterschaft aus Kalifornien anzuerkennen war, auch wenn sie dem deutschen Recht widerspricht.
Bindung zum Kind: Bettie (vom Blog „Das frühe Vogerl„) hat mich über Twitter auf das Thema „Bindung zum Kind“ angesprochen. Da ich in der ursprünglichen Fassung dieses Beitrags auf diesen Punkt nicht eingegangen bin, möchte ich hier noch kurz einen Link weitergeben. Die Dokumentation des MDR beleuchtet die Problematik, wenn das Kind (in diesem Fall adoptiert) eine Behinderung aufweist. Bildet euch euer eigenes Bild.
 

Inhaltsverzeichnis

14 Kommentare

  • Antworten Daniel 22.02.2017 um 10:54 Uhr

    Dieser „Artikel“ strotzt vor Fehlern und vorweggenommenen Urteilen.
    Hier nur ganz kurz bevor mir der Hut platzt:

    „Die „Sorgemutter“, also die das Kind übernimmt und großzieht, hat in Deutschland keine Möglichkeit sich als Mutter anerkennen zu lassen“

    Das stimmt nicht. Es ist ausdrücklich in Deutschland möglich ! ich empfehle dir nachdrücklich die Lektüre des BGH Beschlusses (BGH XII ZB 463 13).

    „Viele ausländische Kliniken sind aber auch geübt darin, das deutsche Rechtssystem in diesem Punkt zu umgehen. “

    UMGEHEN ??? Du umgehst das Rechtssystem nicht. Du hälst dich 1:1 an seit 2 Jahren geltendes Recht !

    „Die Agenturen haben in ihren Verträgen bereits geregelt, dass die Leihmutter einer Abtreibung zustimmen muss.“ nein, das stimmt auch nicht.

    Das stimmt nicht! Es gibt tausenden Agenturen, alle haben ihre eigenen Verträge und der Vertrag ist zwischen dir und der Leihmutter !!! Wenn sie das nicht möchte, z.B. aus Glaubensgründen, dann kannst du mit ihr keinen Vertrag schließen wenn dir eine Abtreibung aus medizinischer Sicht wichtig ist. Es gibt sogar, stell dir das mal vor, Leihmütter die selbst bei Gefahr für ihr eigenes Leben keine Abtreibung vornehmen würden.

    „So können Eltern diejenige Frau auswählen, die geeignet ist, ein „perfektes“ Baby zur Welt zu bringen.“. Dieser Satz ist so billig, er könnte glatt bei Frontal stehen.
    Es gibt kein perfektes Baby und die Leihmutter trägt im besten Fall nichts schlechtes dazu bei.
    Du willst aber die Drogenabhängigen, Raucher und Alkoholiker ausschließen und deswegen machst du diese Tests.

    Denk doch bitte mal nach, Helge !

    „In Indien sind Kinder für den Preis eines Zuchthundes zu bekommen, die Ukraine lockt mit regelrechten Wohlfühl-Programmen „.

    Ach, na endlich sagst du auf was du dich eigentlich beziehst. Es gibt aber noch andere Länder auf diesem Planeten in denen die Leihmutterschaft korrekt geregelt ist. Dort zahlst du mehr als für einen Zuchthund 😉

    Mir ist schon klar, dass Leihmutterschaft in diesen Ländern Ausbeuterei ist. Ich hoffe dir ist klar dass es auch anders geht. Aber das würde wahrscheinlich nicht zu deiner Meinung passen, was ?

    • Antworten Helge 22.02.2017 um 12:53 Uhr

      Lieber Daniel,
      mit Rückmeldungen, wie der deinigen, habe ich gerechnet und gebe dir in Teilen recht.

      Wenn ich den BGH Beschluss studiere, finde ich aber ebenfalls die Entscheidungen der Vorinstanzen, die in wesentlichen Teilen meiner Rechtsauffassung folgen. In dem von dir genannten Urteil ist es tatsächlich zur Anerkennung der Elternstellung gekommen, wobei das Gericht eher im Sinne des Kindeswohls entschieden hat. Aber ich gebe dir gerne recht, dass es Möglichkeiten gibt.

      Bei deinem zweiten Einwand ist wieder der Zwiespalt in der deutschen Gesetzgebung betroffen. Einerseits spricht Leihmutterschaft strikt gegen deutsches Recht, andererseits sind ausländische Urteile anzuerkennen. Es liegt – aus meiner Sicht – hierbei stark an der Auslegung der Richter, ob das Kindeswohl nicht ebenfalls durch eine Adoption gewahrt bleiben kann.

      Zu deinem dritten Einwand verweise ich dich gerne auf die erste Seite meines Beitrages, in dem ich gerade auf die kalifornische Rechtslage eingehe, die eine faire Vertragsgestaltung zulässt. Dies ist jedoch nicht in allen Ländern/bei allen Klinken der Fall. Aber bei meinen Recherchen bin ich auf eine Stellungnahme des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien gestoßen, die einen Fall aus Kalifornien untersucht haben. „Auch die Abtreibung eines behinderten Kindes kann vertraglich erzwungen werden. Frauen, die sich weigern, wird die Gebärlieferprämie nicht ausbezahlt“ heißt es dort. Einen Beitrag der Bioethics Research Library findest du hier.

      In deinem vierten Einwand erklärst du, dass die Auswahl nur anhand von Drogenkonsum getroffen wird. Mir sind auch in den USA Registrierungsformulare aufgefallen, in denen sowohl Religion und Beruf, als auch Bildungsstand abgefragt werden. Daraus schließe ich, dass es auch um eine Selektion aufgrund von diesen Kriterien geht.

      Zu dem Thema „zu deiner Meinung passen“ verweise ich dich ebenfalls auf die erste Seite meines Beitrages. Bisher habe ich nur eine (sicher unvollständige) Liste von postitiven und negativen Aspekten zusammengestellt. Morgen folgt dann erst mein (ganz persönliches!) Fazit.

      Wie du siehst, gebe ich dir in Einzelfällen recht, denn mein Blog ist keine fachliterarische Publikation. Im Grundsatz bleibe ich aber bei meinen dargestellten Argumenten.

      Friedliche Grüße,
      Helge

  • Antworten Daniel 22.02.2017 um 14:32 Uhr

    Hi,

    also nochmal:

    Der BGH Beschluss wird bereits genutzt – dutzendfach. Das weiß ich da ich mit mehreren Anwälten im Kontakt stehe die genau diesen Paragraphen nutzen. Übrigens nicht nur mit der USA …

    Die Vorinstanzen sind unerheblich.

    Sollte sich tatsächlich ein Amtsgericht querstellen, dann musst du dich durchklagen – klar. Was aber bleibt ist: Es ist geltendes Recht. Daher ist deine Aussage falsch.

    Und daher gibt es auch keinen Zwiespalt. Leihmutterschaft in D ist illegal. Leihmutterschaft in Kalifornien nach deutschem Recht nicht, da BGH.

    Und warum sollte die biologische Mutter ihr eigenes Kind adoptieren müssen ?

    Grundsätzlich können Dinge wie das Erzwingen einer Abtreibung passieren – die Verträge die du unterzeichnest sagen jedoch etwas anderes. Das ist keine gängige Praxis. Das ist eher eine Frage der Moralität von Abtreibungen und nicht der Leihmutterschaft. Es gibt wahrscheinlich dutzendfach skandalöse Vorgänge und es passieren Dinge die man lieber nicht wissen will. Hat aber nichts mit den tausenden von Geburten von Surrogacy – Babies im Allgemeinen zu tun. Einzelfälle machen sich aber super in einem reißerischen Artikel.

    Nein, die Auswahl wird nicht nur anhand von Drogenkonsum getroffen. Das ist aber einer der Hauptfaktoren. Du willst auch eine Leihmutter wählen mit der du persönlich gut auskommst, denn schließlich werdet ihr eine ganz besondere Beziehung haben. Dazu zählen viele Dinge, u.a. auch ob sie arbeitet und wie viel, ob sie versichert ist, etc. Das alles hat aber mehr mit deinem Geldbeutel und weniger mit dem perfekten Baby zu tun.
    Und ja: Das Äußere ist wichtig, oder denkst du dass sich eine 150 Kilo – Frau so bewusst ernährt dass dein Baby entsprechend gute Nahrung bekommt ?

    Und ja: Vielleicht ist es für Menschen von Glaube A ein Problem wenn die Leihmutter vom Glaube B ist. Der Datenschutz in den USA sollte nicht Gegenstand deiner Betrachtung sein.

    Auch hier wieder: Reißerische Formulierung.

    Du musst diese Frau anschauen und mit ihr sprechen. Denn alles, incl. dem Leben deines Kindes, hängt davon ab.

    So, mehr muss ich dazu nicht sagen. Wenn Leihmutterschaft in einem Land wie der USA durchgeführt und überwacht wird dann ist das eine gute Sache für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Und seit dem BGH Urteil stehen die Menschen hier in Deutschland nicht mehr vor der Wahl ihr eigenes Kind adoptieren oder die Ämter belügen zu müssen.

    In den USA gibt es auch Probleme für beide Seiten, aber die erwähnst du hier nicht im mindesten. Warum ? Wahrscheinlich weil du dich mit niemandem unterhalten hast …

    Der gesamte Artikel ist schlecht recherchiert und beschränkt sich ausschließlich auf moralische Aspekte die hauptsächlich in Indien oder der Ukraine auftreten.
    Aber wer in Indien eine Leihmutter beauftragt, kauft wahrscheinlich auch Blutdiamanten. Hunderte Paare die in die USA gehen tun aber genau das nicht.

    Am besten denkst du mal ein bisschen in Ruhe nach…

    • Antworten Helge 22.02.2017 um 15:00 Uhr

      Moin nochmal!
      Bevor wir uns im Kreis drehen: Ja, den BGH Beschluss habe ich studiert und zweifle ihn nicht an. Wenn ich aber die Begründungen der Vorinstanzen durchlese, die ebenfalls Gegenstand des Urteils waren, bleibt bei mir hängen, dass das BGH zum Wohle des Kindes entschieden hat. Die Vaterschaft war schon vorab unzweifelhaft, nur die Mutterschaft war ungeklärt. Ich schildere dir mal, wie ich das BGH-Urteil lese: Das Gericht sah keine Verletzung der persönlichen Rechte der Leihmutter, da diese auf die Mutterschaft vorab und gegenwärtig verzichtet hat. Außerdem empfand das Gericht bei einer Übertragung der Mutterschaft eine deutliche Zuträglichkeit für das Kindeswohl, sodass es schlußendlich die Elternschaft vollständig anerkannt hat. Diese Argumentation setzt an einer anderen Stelle an – dem Kindeswohl. Somit ist deutlich, welchen Weg ein Anwalt zu beschreiten hat und dass er damit erfolgreich sein wird. Keine Einwände.

      Bei dem Argument der Selektion geht es mir nicht darum, dass grundsätzlich ein berechtigtes Interesse an Vorlieben, beruflichen Erfolgen und der Religion der zukünftigen Leihmutter besteht. Vielmehr will ich auf die Tendenz hinaus, dass eine Erwartungshaltung geweckt wird. Blogbeiträge, Zeitungsberichte etc. schildern Geschichten (die natürlich Einzelfälle sein können), bei denen genau dieses Anspruchsdenken der Wunscheltern zum Ausdruck kommt.

      Eines ist mir auch wichtig: Ich werde in meinem kleinen Beitrag niemals alles abdecken können, was es zur Leihmutterschaft zu bedenken gibt. Ich will hier meinen Lesern erläutern, auf welche Argumente ich bei meiner Entscheidungsfindung gestoßen bin. Und ja, dabei haben mich Beiträge aus der Ukraine, Russland, Thailand und Indien sehr gefangen genommen. Und mit deinen Blutdiamanten bist du jetzt aber auch ein wenig reißerisch 😉

      Lass uns einfach darauf einigen, dass mir viele Aspekte fehlen, die du bereits erfahren durftest. Ich arbeite nur mit dem, was ich lesen konnte. Wenn du Lesetipps für mich hast, freue ich mich ehrlich, weitere Sichtweisen kennenzulernen.

  • Antworten Daniel 22.02.2017 um 17:18 Uhr

    Natürlich ist das BGH Urteil basierend auf dem Kindeswohl. Es gibt mittlerweile sehr viele Paare die diesen Weg gehen und bisher kenne ich keines bei dem sich ein Gericht quer gestellt hätte. USA wohlgemerkt.

    Ja, es geht nur um die Mutter, da der Vater bereits im Rahmen einer Vaterschaftsfeststellung / Vaterschaftsanerkennung eingesetzt wurde.

    Ich glaube du solltest deinen Beitrag anders aufziehen: Leihmutterschaft in Dritte Welt Ländern bzw. Ostblockstaaten.

    Das unterscheidet sich deutlich von Kalifornien – moralisch, preislich und von der gesamten Herangehensweise. Lesebeiträge habe ich keine für dich. Nur Erfahrungen 😉

    • Antworten Helge 22.02.2017 um 19:04 Uhr

      Auch wenn du die USA als Paradebeispiel für reibungslose Leihmutterschaften anführst und ich dir zustimme, dass einige US-Bundesstaaten deutlich bessere Bedingungen bieten, aber auch dort gibt es Schwierigkeiten.

      Mich hat bei der Arbeit an diesem Artikel aber vor allem interessiert, welche Aspekte es gibt. Dabei habe ich Geschichten aus den USA gelesen, genauso aber auch Erfahrungen aus Russland, Artikel über Thailand, Dissertationen über die Ukraine. All dies sollte in diesen Artikel einfließen, aber es sollte und konnte auch keine Master-Arbeit werden. Dieser Beitrag erhebt daher keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

  • Antworten Mila 17.06.2017 um 20:47 Uhr

    Guten Tag.

    Mein Name ist Mila, Ich komme aus der Ukraine, zur Zeit lebe Ich mit meiner Familie in Tschechei. In dieser Zeit bin ich eine Leihmutter fur eine sehr nette Familie aus Deutschland.
    Ich mache aber auch eine Agentur und helfe die Leute gewunschte Kinder zu bekommen. Ich vertrete ein internationales Unternehmen surrogacy. In meiner Funktion ist mit den thematischen Foren zu arbeiten. Wenn Sie es richtig, in der Zukunft zu verstehen planen Sie ein Programm der Leihmutterschaft, und ich habe die Ehre, Sie einladen, die Vorteile unserer Dienstleistungen des Zentrums zu ubernehmen, die bei der Behandlung von Partnerkliniken der Ukraine ahnliche Programme durchfuhrt, die Tschechische Republik, die baltischen Staaten, die Turkei und Russlands.

    Fur Ihre Bequemlichkeit, zahlbar in Stufen wird die letzte Zahlung direkt in die Geburt des Kindes und seine Eintragung in Ihrem Namen gemacht. Naturlich konnen alle Einzelheiten werden einzeln besprochen und sind in der Vertragsurkunde festgelegt.
    Wenn Sie nutzliche Informationen gewesen sein, und Sie Fragen haben – Sie mich hier kontaktieren oder per E-Mail – [Emailadresse von Helge entfernt]

    • Antworten Helge 20.06.2017 um 14:14 Uhr

      Ich habe euch diesen Kommentar mal freigeschaltet, damit ihr sehen könnt, wie kommerziell Leihmutterschaft betrieben wird.

  • Antworten Stina 13.09.2017 um 10:43 Uhr

    Lieber Helge,
    vielen Dank für Deine reflektierte Sichtweise. Mir tut Euer unerfüllter Kinderwunsch sehr leid, und ich finde toll, wie Du damit umgehst. Ich bin selbst das Ergebnis einer Kinderwunschbehandlung, nämlich einer Samenspende – vor mehr als 35 Jahren leider noch anonym. Daher ist mir bei jeder Kinderwunschbehandlung, und insbesondere der Leihmutterschaft, das Kindeswohl besonders wichtig – und dazu gehört für mich auch, dass ein Kind nicht gegen Geld abgegeben werden sollte. Ich finde es schwierig, dass mein genetischer Vater vermutlich des Geldes wegen seinen Samen abgegeben hat. Wie viel schwieriger mag das erst sein, wenn man auch noch im Bauch einer anderen Frau entstanden ist und vll. noch eine Eizellspenderin beteiligt war. Hierzu gibt es übrigens auch einen englischsprachigen Blog von Betroffenen: http://theothersideofsurrogacy.blogspot.de/ Ich halte die Übergabe an die Wunscheltern auch nicht für gesund: Im Bauch entsteht zwischen Baby und Mutter in den neun Monaten Schwangerschaft ja schon eine Beziehung, so erkennt das Baby die Stimme und den Geruch der Mutter und die Milch ist auch auf das Baby abgestimmt. Und nach zwei Schwangerschaften kann ich sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand ein Kind für jemand anderen austrägt, ohne eigene finanzielle Interessen zu haben. Ich würde es noch nicht einmal für eine enge Freundin oder Verwandte machen, weil eine Schwangerschaft so einschränkend und körperlich belastend ist und sich der Körper echt lange davon erholen muss. Ich glaube übrigens auch nicht, dass in den USA Leihmutterschaften eher auf Augenhöhe stattfinden. In den dortigen Verträgen gibt es auch Klauseln, dass die Wunscheltern bei Mehrlingen oder Behinderungen die Leihmutter zur Abtreibung zwingen können. Außerdem sind es fast ausschließlich ärmere Frauen, die Leihmütter werden. Ich finde es jedenfalls sehr wohltuend, dass Du trotz des Kinderwunsches hinter solche Mechanismen schaust und nicht alle Grenzen überschreiten möchtest, um Deinen Wunsch zu realisieren. Ich wünsche euch alles Gute!

    • Antworten Waldi Garibaldi 25.09.2019 um 13:49 Uhr

      Der Mann oben setzt sich aktiv mit den Leihmutterschaftserfahrungen auseinander. Er hat aber ein Buch noch nicht erwähnt, weil das Buch über Biotex (die Klinik erwähnt er ganz am Anfang) erst später erschien, mit dem aussagenkräftigen Titel „Die Wunschkinder: Wenn die Verzweiflung keine Grenzen kennt, unsere Kinder aus dem Bauch einer Leihmutter“. Abschlussphrasen sind: «Natürlich haben die Menschen ihre eigene Meinung zu diesem durchaus schwierigen Thema und auch zum Umgang mit der Öffentlichkeit, aber eines wird für uns immer das Wichtigste sein: dass Theresa und Niklas ihre Entstehung kennen und stolz darauf sind. Denn sie waren so sehr gewollt, dass ihre Eltern über alle Grenzen gingen.“

  • Antworten nimmu 20.08.2018 um 16:03 Uhr

    Danke für nützliche Informationen! Ich habe sie mit Interesse gelesen!

  • Antworten August 09.08.2019 um 10:43 Uhr

    Bei Unfruchtbarkeit kann nicht nur Adoption sondern auch Leihmutterschaft helfen, das gewünschte Kind zu bekommen. In der letzten Zeit ist Leihmutterschaft in der Ukraine sehr populär. Aber viele kinderlose Menschen hatten negative Erfahrungen mit den unbekannten ukrainischen Agenturen. „Die Ukraine hat sich als ein in der Reproduktionsmedizin führendes und auch als ein die legale Leihmutterschaft unterstützendes Land etabliert. Aber man muss dennoch Glück haben, denn man kann auf Betrüger hereinfallen und im Stich gelassen werden, so wie es uns zugestoßen ist“, Zitat aus diesem Artikel https://de.newseurope.info/?p=63602

  • Antworten Gabriel Jedermann 31.08.2019 um 16:38 Uhr

    Hallo Freunde, mein Name ist Gabriel Jedermann [Anm. von Helge: Name geändert]. Ich komme aus Berlin, aber ich bin hier, um die guten Nachrichten den Bedürftigen zu bringen.
    Ich war depressiv, als meine Frau mich wegen eines anderen Mannes verließ, weil ich gebeten wurde, die Arbeit einzustellen, weil ich Krebs hatte und pleite war. Sie hat meine einzige Tochter mitgenommen, also war meine einzige Möglichkeit zu sterben, ich habe versucht, sie anzurufen, aber sie hat mich ignoriert. Ich habe ihr eine SMS geschickt, und plötzlich antwortete sie und sagte, ich solle sie nicht mehr anrufen oder ihr eine SMS schicken, damit ich eines Tages mit einer in Kontakt treten kann Ein Freund von mir auf Facebook und ich erklärten ihm alles und er erzählte mir auch, dass er die gleichen Probleme hatte und er stellte mir einen Zauberwirker namens Doctor El Sharif [Anm. von Helge: Name geändert] vor. Er schickte mir seine persönliche E-Mail, die ich über ***@***.** [Anm. von Helge: Email-Adresse entfernt] und ihn kontaktierte antwortete mir schnell, ich erklärte ihm meine probleme und er sagte mir, ich solle mir keine sorgen machen, dass er das für so viele menschen getan hat. ich bin ein mann, der nie an zauber geglaubt hat, aber ich habe mich entschlossen, es zu versuchen buchstabieren und heilen Sie mich auch von Krebs und machen Sie mir einen besseren Job und plötzlich schickte er mir die Medikamente für meine Krankheit. Ich nahm sie für nur 2 Tage und ich war frei. Ich habe meinen Augen nie geglaubt. Am nächsten Tag klopfte jemand an meine Tür und ich Ich hatte an diesem Tag niemanden erwartet, plötzlich war es meine Frau, die sie baute Als erstes in Tränen ausgebrochen und ich konnte es nicht ertragen, flehte sie mich an und bat um Verzeihung, sobald ich einen Anruf von meiner Firma erhielt, in der ich jahrelang gearbeitet habe. Ich wurde zum Manager von *** [Anm. von Helge: Firmenname entfernt] in den USA befördert. Bitte helfen Sie mir, Doktor El Sharif zu danken Alles, was ich zuvor verloren habe, kann wiederhergestellt werden. Bitte ich rate allen, die Hilfe benötigen, sich per E-Mail an ***@***.** oder per WhatsApp unter +1234567890 [Anm. von Helge: Telefonnummer geändert] an Doctor El Sharif zu wenden. Gott segne diejenigen, die Zeit brauchen, um dieses Zeugnis zu lesen

    [Anm. von Helge: Auch wenn es sich hier eindeutig um Spam handelt, wollte ich es euch nicht vorenthalten. Mich amüsiert das immer ein wenig.]

  • Antworten Magdalena 07.10.2019 um 23:48 Uhr

    Leihmutterschaft in Kalifornien ist sehr expensive, darum ist es natürlich billiger „All-Inclusive VIP-Leihmutterpaket“ von der Klinik Biotexcom zu wählen.

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