Gesellschaftlich, Interview, Mein Weg

Mann TV – Ein Kurzportrait über meinen Kinderwunsch

16.02.2018
Helge im TV

Die Dreharbeiten sind schon lange her, doch gestern lief ein Beitrag über meinen Kinderwunsch auf den Mattscheiben der WDR-Zuschauer. Da ich diesen Termin fast verpennt hatte, bin ich dankbar, dass es Mediatheken gibt.

Wie der Zufall es wollte, hat ein alter Freund den Beitrag gesehen und mich daraufhin angeschrieben. Welch unerwartetes Glück. Zwar fühlt es sich immer noch sehr merkwürdig an, wenn mich Menschen im Fernsehen entdecken bei denen ich es nicht erwartet hätte, aber irgendwo ist es ja der eigentliche Sinn dahinter. Über ein Kurzportrait, wie dem vom WDR, kann das Thema „Unerfüllter Kinderwunsch“ eine ganz andere Gruppe erreichen. Eine, die ich mit diesem Blog nicht ansprechen könnte. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich auf das Abenteuer eingelassen habe. Die Enttabuisierung der ungewollten Kinderlosigkeit und künstlichen Befruchtung ist mir ein großen Anliegen. Hierbei hilft natürlich eine breite Öffentlichkeit.

Kinderwunsch und gesellschaftliche Normalität

Die Sondersendung Mann TV, die im Rahmen von Frau TV (WDR) ausgestrahlt wurde, bekam durch Wolfgang Niedecken einen unaufgeregten Anstrich verliehen. Darüber bin ich persönlich sehr dankbar, da mein Anliegen so in die Normalität eingebettet wurde, die ich mir wünsche. Über ungewollte Kinderlosigkeit „…habe ich noch nie nachgedacht“, moderiert Wolfgang Niedecken. Und genau das darf sich nach und nach gerne ändern.

Hier könnt ihr euch den Beitrag in Ruhe ansehen.

Was haltet ihr davon? Habt ihr einen Plan B im Hinterkopf?

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1 Antwort

  • Reply Steffi 21.04.2018 at 22:24

    Wir haben im November die letzte von insgesamt sieben erfolglosen ICSIs hinter uns gebracht. Der Satz: „Wir wollten unser Leben zurück haben!“ fiel tatsächlich auch bei uns. Irgendwann darf sich einfach nicht mehr alles um Spritzen und Blutwerte drehen. Man verliert sich, man muss sich um sich selbst kümmern, sonst geht man als Person und als Paar ein. Ganz ohne Kinder können wir uns allerdings nicht vorstellen, wir haben nun einen Adoptionsantrag gestellt. Den Prozess des Abschiednehmens vom aktiven Kinderwunsch haben wir bewusst gestaltet. Wir haben in einer feierlichen Zeremonie den letzten Schwangerschaftstest gemacht und dann habe ich alle Sachen, die mich an Kinderwunsch und meine zwei kurzen Schwangerschaften erinnerten verschenkt oder weggeschmissen. Nur einige wenige Erinnerungsstücke durften bleiben.
    Danach haben wir uns schnell erleichtert gefühlt, so als ob eine große Last von unseren Schultern gefallen wäre, und so war es ja auch. Ja, ich werde nie wieder schwanger sein, nie wieder auf einen Test pinkeln, nie wieder werden wir zum Kinderwunschzentrum fahren, wo wir fünf Jahre lang ein- und ausgegangen sind. Und siehe da: Es geht weiter. Anders als geplant, aber die Welt ist nicht stehengeblieben. Das hätten wir uns dort fünf Jahren so nie vorstellen können, aber jetzt ist es in Ordnung.

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