Gesellschaftlich

Leihmutterschaft – Der einfache Weg zum Wunschkind

07.03.2017
Helges Gedanken zu Leihmutterschaft

Leihmutterschaft - Was spricht dagegen?

Der Kinderwunsch ist einer der intensivsten Wünsche, die Frau (und manchmal auch Mann) haben kann. Der unbedingte Anspruch, sich diesen Wunsch zu erfüllen, ist für mich absolut nachvollziehbar. Auf der ersten Seite habe ich ein paar Fakten gesammelt, die als Argumente für eine Leihmutterschaft sprechen können. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten, demnach gibt es auch Kontras.

Leihmutterschaft ist illegal

Wenn alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, klingt das Verfahren der Leihmutterschaft in der Darstellung einiger Leihmutter-Agenturen nach der folgerichtigen Alternative. Doch Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten und kann mit drei Jahren Haft bestraft werden.

Auch wenn die Leihmutterschaft in manchen Ländern legal ist, sind in Deutschland viele rechtliche Fragen ungeklärt. Wer ist bei einer Leihmutterschaft eigentlich die richtige Mutter? Hierzu lese ich im BGB (Buch 4 – Familienrecht, Abschnitt 2 – Verwandtschaft, § 1591 Mutterschaft), dass Mutter eines Kindes die Frau ist, die es geboren hat. Somit ist die Leihmutter nach deutschem Recht auch die Mutter des Kindes.

Die „Sorgemutter“, also die, die das Kind übernimmt und großzieht, hat in Deutschland keine Möglichkeit sich als Mutter anerkennen zu lassen. Dies kann sogar der Fall sein, wenn sie ihr Kind im Ausland von einer Leihmutter austragen lässt. Viele ausländische Kliniken sind aber auch geübt darin, das deutsche Rechtssystem in diesem Punkt zu umgehen [eine Anmerkung/Korrektur findet ihr in den Kommentaren]. Eine seriöse Gewähr kann aber niemand übernehmen.

Es wird also deutlich, dass Leihmutterschaft in Deutschland illegal ist und auch bei ausländischen Leihmutterschaften rechtliche Probleme auftreten können.

Das Kind wird zum Vertragsgegenstand

Bei einer Leihmutterschaft wird ein Werkvertrag geschlossen. Die Tragemutter liefert ein Produkt, das Baby, und erhält dafür eine finanzielle Vergütung. Wenn nun aber das Kind zu einem Vertragsgegenstand gemacht wird, kann beim Auftraggeber – wenn auch nur unbewusst – die Erwartung entstehen ein fehlerfreies Produkt zu bekommen. Doch was geschieht, wenn das Kind eine Behinderung hat? Die Agenturen haben in ihren Verträgen meist geregelt, dass die Leihmutter einer Abtreibung zustimmen muss.

Auch die emotionale Bindung des Kindes an die Leihmutter ist ausdrücklich unerwünscht. Damit jedoch auch umgekehrt kein Verlustgefühl bei der Tragemutter auftritt, werden psychologische Gruppen-„Therapien“ angeboten. In diesen Gruppen werden die Frauen konditioniert, ihre Schwangerschaft als einen Geschäftsvorgang wahrzunehmen. Allein solche Anstrengungen zeigen, dass eine Leihmutterschaft – aus Sicht des European Centre for Law and Justice (ECLJ) – emotional ungesund ist.

Auch an die Leihmütter wird eine hohe Erwartungshaltung gestellt. Wenn eine große Summe investiert wird, erwarten die Auftraggeber auch eine gute Leistung. Aus diesem Grund werden Leihmütter oft einer genauen Sichtung unterzogen. In den meisten Fällen übernimmt diese Aufgabe die Agentur, teilweise erhalten aber auch die Auftraggeber die Möglichkeit, ihre Leihmutter auszuwählen. Hierbei werden das Erscheinungsbild, der medizinischer Hintergrund, die Ausbildung und teilweise die Religion bewertet. Die Klinik oder Agentur bescheinigt dann, dass keine Frau mit medizinischen Problemen oder einem Vorstrafenregister für ihre Datenbank ausgesucht wird. So können Eltern diejenige Frau auswählen, die geeignet ist, „das“ Baby zur Welt zu bringen.

Das Geschäft mir der Leihmutterschaft

In Europa gibt es kaum Länder, in denen Leihmutterschaft für ein deutsches Paar möglich ist. Dänemark und die Niederlande beispielsweise erlauben die altruistische Leihmutterschaft, bei der die Tragemutter keine Bezahlung erhält. Es dürfen nur medizinische Kosten übernommen werden. Dies macht es für deutsche Paare schwer eine geeignete Tragemutter zu finden, die sich kostenfrei auf eine Leihmutterschaft einlässt. Eine altruistische Leihmutterschaft wird daher vorwiegend innerhalb der Familie oder dem engen Freundeskreis durchgeführt.

Bemühe ich die Suchmaschinen erhalte ich Ergebnisse, wie „Leihmutter – Der gemietete Bauch„, „Ein Baby bestellt, drei bekommen“ oder gar „Leihmütter: Das Geschäft mit der Hoffnung„. Es ist unbestritten, dass die Leihmutterschaft ein kommerzielles Geschäft geworden ist. Die Produktion muss billig und die Marge hoch sein. Oftmals werden dabei Leihmütter in Ländern genutzt, die nur geringe Kosten verursachen. In Indien sind Kinder für den Preis eines Zuchthundes zu bekommen, die Ukraine lockt mit Wohlfühl-Programmen und Russland mit 100% Geld-Zurück-Garantie.

Leihmutterschaft ist oft Ausbeutung

Eine fremde Leihmutter will für ihre Leistung bezahlt werden. Daraus ergibt sich ein kommerzieller Aspekt, der viele Profiteure auf den Plan ruft. Agenturen, Ärzte, Rechtsanwälte, Psychologen, Kliniken und Leihmütter wollen an der Leihmutterschaft verdienen. Dass das Geschäft sehr lukrativ ist, wird am Beispiel des Leihmutterschaftsringes „Babe 101“ deutlich. Der kriminelle Leihmutterschaftsring betrieb in Thailand, Kambodscha, Vietnam und Taiwan regelrechte Brutstätten, in denen Frauen eingesperrt und dann durch Vergewaltigungen geschwängert wurden.

Doch auch wenn eine Leihmutterschaft nicht illegal erzwungen wird, fällt sie oft in den Bereich der Ausbeutung. Ein starker Markt ist unter anderem in Indien entstanden. Leihmutterschaft ist für Frauen aus armen Verhältnissen eine attraktive Möglichkeit geworden, Geld zu verdienen. Diese finanzielle Notsituation erlaubt jedoch keine freie Entscheidung. Eine indische Tragemutter bezeichnete ihre Arbeit als moralisch verwerflich, aber lebensnotwendig (Not an Angel, not a Whore [PDF], Seite 21).

In diesem Kontext sticht der auf voriger Seite beschriebene Umgang mit Leihmuterschaft in Kalifornien natürlich deutlich heraus.

Weitere Stimmen

Auch der CDU Politiker Hubert Hüppe äußert sich drastisch zur Leihmutterschaft. Er bezeichnet den Vorgang am Beispiel eines australischen Paares, das einer thailändischen Leihmutter von Zwillingen nur ein Kind abnehmen wollte, als Menschenhandel. Die thailändische Leihmutter brachte eine Tochter und einen Sohn zur Welt. Der Sohn (mit Trisomie 21) sollte schon während der Schwangerschaft abgetrieben werden. Die Mutter weigerte sich jedoch – auch aufgrund der buddhistischen Gleichsetzung von Abtreibung und Mord. Letztlich wurde der Sohn von den Vertragseltern im Krankenhaus liegen gelassen, dafür nur die gesunde Tochter angenommen.

Zu guter Letzt hat sich natürlich auch Alice Schwarzer zu Wort gemeldet und einen Artikel unter dem Titel „Leihmutter? Geht gar nicht!“ verfasst. Sie fordert eine Protestbewegung gegen die Legalisierung von inländischen und für die Unterbindung von ausländischen Leihmutterschaften.

Konklusion

Fassen wir also mal zusammen: Leihmutterschaft ist in Deutschland illegal, Kinder und der Körper mir in der Regel fremder Frauen werden zu Gegenständen von Werksverträgen gemacht und in vielen Regionen werden Leihmütter ausgebeutet. Wie mein persönliches Fazit ausfällt, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Inhaltsverzeichnis

10 Kommentare

  • Antworten Daniel 22.02.2017 um 10:54 Uhr

    Dieser „Artikel“ strotzt vor Fehlern und vorweggenommenen Urteilen.
    Hier nur ganz kurz bevor mir der Hut platzt:

    „Die „Sorgemutter“, also die das Kind übernimmt und großzieht, hat in Deutschland keine Möglichkeit sich als Mutter anerkennen zu lassen“

    Das stimmt nicht. Es ist ausdrücklich in Deutschland möglich ! ich empfehle dir nachdrücklich die Lektüre des BGH Beschlusses (BGH XII ZB 463 13).

    „Viele ausländische Kliniken sind aber auch geübt darin, das deutsche Rechtssystem in diesem Punkt zu umgehen. “

    UMGEHEN ??? Du umgehst das Rechtssystem nicht. Du hälst dich 1:1 an seit 2 Jahren geltendes Recht !

    „Die Agenturen haben in ihren Verträgen bereits geregelt, dass die Leihmutter einer Abtreibung zustimmen muss.“ nein, das stimmt auch nicht.

    Das stimmt nicht! Es gibt tausenden Agenturen, alle haben ihre eigenen Verträge und der Vertrag ist zwischen dir und der Leihmutter !!! Wenn sie das nicht möchte, z.B. aus Glaubensgründen, dann kannst du mit ihr keinen Vertrag schließen wenn dir eine Abtreibung aus medizinischer Sicht wichtig ist. Es gibt sogar, stell dir das mal vor, Leihmütter die selbst bei Gefahr für ihr eigenes Leben keine Abtreibung vornehmen würden.

    „So können Eltern diejenige Frau auswählen, die geeignet ist, ein „perfektes“ Baby zur Welt zu bringen.“. Dieser Satz ist so billig, er könnte glatt bei Frontal stehen.
    Es gibt kein perfektes Baby und die Leihmutter trägt im besten Fall nichts schlechtes dazu bei.
    Du willst aber die Drogenabhängigen, Raucher und Alkoholiker ausschließen und deswegen machst du diese Tests.

    Denk doch bitte mal nach, Helge !

    „In Indien sind Kinder für den Preis eines Zuchthundes zu bekommen, die Ukraine lockt mit regelrechten Wohlfühl-Programmen „.

    Ach, na endlich sagst du auf was du dich eigentlich beziehst. Es gibt aber noch andere Länder auf diesem Planeten in denen die Leihmutterschaft korrekt geregelt ist. Dort zahlst du mehr als für einen Zuchthund 😉

    Mir ist schon klar, dass Leihmutterschaft in diesen Ländern Ausbeuterei ist. Ich hoffe dir ist klar dass es auch anders geht. Aber das würde wahrscheinlich nicht zu deiner Meinung passen, was ?

    • Antworten Helge 22.02.2017 um 12:53 Uhr

      Lieber Daniel,
      mit Rückmeldungen, wie der deinigen, habe ich gerechnet und gebe dir in Teilen recht.

      Wenn ich den BGH Beschluss studiere, finde ich aber ebenfalls die Entscheidungen der Vorinstanzen, die in wesentlichen Teilen meiner Rechtsauffassung folgen. In dem von dir genannten Urteil ist es tatsächlich zur Anerkennung der Elternstellung gekommen, wobei das Gericht eher im Sinne des Kindeswohls entschieden hat. Aber ich gebe dir gerne recht, dass es Möglichkeiten gibt.

      Bei deinem zweiten Einwand ist wieder der Zwiespalt in der deutschen Gesetzgebung betroffen. Einerseits spricht Leihmutterschaft strikt gegen deutsches Recht, andererseits sind ausländische Urteile anzuerkennen. Es liegt – aus meiner Sicht – hierbei stark an der Auslegung der Richter, ob das Kindeswohl nicht ebenfalls durch eine Adoption gewahrt bleiben kann.

      Zu deinem dritten Einwand verweise ich dich gerne auf die erste Seite meines Beitrages, in dem ich gerade auf die kalifornische Rechtslage eingehe, die eine faire Vertragsgestaltung zulässt. Dies ist jedoch nicht in allen Ländern/bei allen Klinken der Fall. Aber bei meinen Recherchen bin ich auf eine Stellungnahme des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien gestoßen, die einen Fall aus Kalifornien untersucht haben. „Auch die Abtreibung eines behinderten Kindes kann vertraglich erzwungen werden. Frauen, die sich weigern, wird die Gebärlieferprämie nicht ausbezahlt“ heißt es dort. Einen Beitrag der Bioethics Research Library findest du hier.

      In deinem vierten Einwand erklärst du, dass die Auswahl nur anhand von Drogenkonsum getroffen wird. Mir sind auch in den USA Registrierungsformulare aufgefallen, in denen sowohl Religion und Beruf, als auch Bildungsstand abgefragt werden. Daraus schließe ich, dass es auch um eine Selektion aufgrund von diesen Kriterien geht.

      Zu dem Thema „zu deiner Meinung passen“ verweise ich dich ebenfalls auf die erste Seite meines Beitrages. Bisher habe ich nur eine (sicher unvollständige) Liste von postitiven und negativen Aspekten zusammengestellt. Morgen folgt dann erst mein (ganz persönliches!) Fazit.

      Wie du siehst, gebe ich dir in Einzelfällen recht, denn mein Blog ist keine fachliterarische Publikation. Im Grundsatz bleibe ich aber bei meinen dargestellten Argumenten.

      Friedliche Grüße,
      Helge

  • Antworten Daniel 22.02.2017 um 14:32 Uhr

    Hi,

    also nochmal:

    Der BGH Beschluss wird bereits genutzt – dutzendfach. Das weiß ich da ich mit mehreren Anwälten im Kontakt stehe die genau diesen Paragraphen nutzen. Übrigens nicht nur mit der USA …

    Die Vorinstanzen sind unerheblich.

    Sollte sich tatsächlich ein Amtsgericht querstellen, dann musst du dich durchklagen – klar. Was aber bleibt ist: Es ist geltendes Recht. Daher ist deine Aussage falsch.

    Und daher gibt es auch keinen Zwiespalt. Leihmutterschaft in D ist illegal. Leihmutterschaft in Kalifornien nach deutschem Recht nicht, da BGH.

    Und warum sollte die biologische Mutter ihr eigenes Kind adoptieren müssen ?

    Grundsätzlich können Dinge wie das Erzwingen einer Abtreibung passieren – die Verträge die du unterzeichnest sagen jedoch etwas anderes. Das ist keine gängige Praxis. Das ist eher eine Frage der Moralität von Abtreibungen und nicht der Leihmutterschaft. Es gibt wahrscheinlich dutzendfach skandalöse Vorgänge und es passieren Dinge die man lieber nicht wissen will. Hat aber nichts mit den tausenden von Geburten von Surrogacy – Babies im Allgemeinen zu tun. Einzelfälle machen sich aber super in einem reißerischen Artikel.

    Nein, die Auswahl wird nicht nur anhand von Drogenkonsum getroffen. Das ist aber einer der Hauptfaktoren. Du willst auch eine Leihmutter wählen mit der du persönlich gut auskommst, denn schließlich werdet ihr eine ganz besondere Beziehung haben. Dazu zählen viele Dinge, u.a. auch ob sie arbeitet und wie viel, ob sie versichert ist, etc. Das alles hat aber mehr mit deinem Geldbeutel und weniger mit dem perfekten Baby zu tun.
    Und ja: Das Äußere ist wichtig, oder denkst du dass sich eine 150 Kilo – Frau so bewusst ernährt dass dein Baby entsprechend gute Nahrung bekommt ?

    Und ja: Vielleicht ist es für Menschen von Glaube A ein Problem wenn die Leihmutter vom Glaube B ist. Der Datenschutz in den USA sollte nicht Gegenstand deiner Betrachtung sein.

    Auch hier wieder: Reißerische Formulierung.

    Du musst diese Frau anschauen und mit ihr sprechen. Denn alles, incl. dem Leben deines Kindes, hängt davon ab.

    So, mehr muss ich dazu nicht sagen. Wenn Leihmutterschaft in einem Land wie der USA durchgeführt und überwacht wird dann ist das eine gute Sache für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Und seit dem BGH Urteil stehen die Menschen hier in Deutschland nicht mehr vor der Wahl ihr eigenes Kind adoptieren oder die Ämter belügen zu müssen.

    In den USA gibt es auch Probleme für beide Seiten, aber die erwähnst du hier nicht im mindesten. Warum ? Wahrscheinlich weil du dich mit niemandem unterhalten hast …

    Der gesamte Artikel ist schlecht recherchiert und beschränkt sich ausschließlich auf moralische Aspekte die hauptsächlich in Indien oder der Ukraine auftreten.
    Aber wer in Indien eine Leihmutter beauftragt, kauft wahrscheinlich auch Blutdiamanten. Hunderte Paare die in die USA gehen tun aber genau das nicht.

    Am besten denkst du mal ein bisschen in Ruhe nach…

    • Antworten Helge 22.02.2017 um 15:00 Uhr

      Moin nochmal!
      Bevor wir uns im Kreis drehen: Ja, den BGH Beschluss habe ich studiert und zweifle ihn nicht an. Wenn ich aber die Begründungen der Vorinstanzen durchlese, die ebenfalls Gegenstand des Urteils waren, bleibt bei mir hängen, dass das BGH zum Wohle des Kindes entschieden hat. Die Vaterschaft war schon vorab unzweifelhaft, nur die Mutterschaft war ungeklärt. Ich schildere dir mal, wie ich das BGH-Urteil lese: Das Gericht sah keine Verletzung der persönlichen Rechte der Leihmutter, da diese auf die Mutterschaft vorab und gegenwärtig verzichtet hat. Außerdem empfand das Gericht bei einer Übertragung der Mutterschaft eine deutliche Zuträglichkeit für das Kindeswohl, sodass es schlußendlich die Elternschaft vollständig anerkannt hat. Diese Argumentation setzt an einer anderen Stelle an – dem Kindeswohl. Somit ist deutlich, welchen Weg ein Anwalt zu beschreiten hat und dass er damit erfolgreich sein wird. Keine Einwände.

      Bei dem Argument der Selektion geht es mir nicht darum, dass grundsätzlich ein berechtigtes Interesse an Vorlieben, beruflichen Erfolgen und der Religion der zukünftigen Leihmutter besteht. Vielmehr will ich auf die Tendenz hinaus, dass eine Erwartungshaltung geweckt wird. Blogbeiträge, Zeitungsberichte etc. schildern Geschichten (die natürlich Einzelfälle sein können), bei denen genau dieses Anspruchsdenken der Wunscheltern zum Ausdruck kommt.

      Eines ist mir auch wichtig: Ich werde in meinem kleinen Beitrag niemals alles abdecken können, was es zur Leihmutterschaft zu bedenken gibt. Ich will hier meinen Lesern erläutern, auf welche Argumente ich bei meiner Entscheidungsfindung gestoßen bin. Und ja, dabei haben mich Beiträge aus der Ukraine, Russland, Thailand und Indien sehr gefangen genommen. Und mit deinen Blutdiamanten bist du jetzt aber auch ein wenig reißerisch 😉

      Lass uns einfach darauf einigen, dass mir viele Aspekte fehlen, die du bereits erfahren durftest. Ich arbeite nur mit dem, was ich lesen konnte. Wenn du Lesetipps für mich hast, freue ich mich ehrlich, weitere Sichtweisen kennenzulernen.

  • Antworten Daniel 22.02.2017 um 17:18 Uhr

    Natürlich ist das BGH Urteil basierend auf dem Kindeswohl. Es gibt mittlerweile sehr viele Paare die diesen Weg gehen und bisher kenne ich keines bei dem sich ein Gericht quer gestellt hätte. USA wohlgemerkt.

    Ja, es geht nur um die Mutter, da der Vater bereits im Rahmen einer Vaterschaftsfeststellung / Vaterschaftsanerkennung eingesetzt wurde.

    Ich glaube du solltest deinen Beitrag anders aufziehen: Leihmutterschaft in Dritte Welt Ländern bzw. Ostblockstaaten.

    Das unterscheidet sich deutlich von Kalifornien – moralisch, preislich und von der gesamten Herangehensweise. Lesebeiträge habe ich keine für dich. Nur Erfahrungen 😉

    • Antworten Helge 22.02.2017 um 19:04 Uhr

      Auch wenn du die USA als Paradebeispiel für reibungslose Leihmutterschaften anführst und ich dir zustimme, dass einige US-Bundesstaaten deutlich bessere Bedingungen bieten, aber auch dort gibt es Schwierigkeiten.

      Mich hat bei der Arbeit an diesem Artikel aber vor allem interessiert, welche Aspekte es gibt. Dabei habe ich Geschichten aus den USA gelesen, genauso aber auch Erfahrungen aus Russland, Artikel über Thailand, Dissertationen über die Ukraine. All dies sollte in diesen Artikel einfließen, aber es sollte und konnte auch keine Master-Arbeit werden. Dieser Beitrag erhebt daher keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

  • Antworten Mila 17.06.2017 um 20:47 Uhr

    Guten Tag.

    Mein Name ist Mila, Ich komme aus der Ukraine, zur Zeit lebe Ich mit meiner Familie in Tschechei. In dieser Zeit bin ich eine Leihmutter fur eine sehr nette Familie aus Deutschland.
    Ich mache aber auch eine Agentur und helfe die Leute gewunschte Kinder zu bekommen. Ich vertrete ein internationales Unternehmen surrogacy. In meiner Funktion ist mit den thematischen Foren zu arbeiten. Wenn Sie es richtig, in der Zukunft zu verstehen planen Sie ein Programm der Leihmutterschaft, und ich habe die Ehre, Sie einladen, die Vorteile unserer Dienstleistungen des Zentrums zu ubernehmen, die bei der Behandlung von Partnerkliniken der Ukraine ahnliche Programme durchfuhrt, die Tschechische Republik, die baltischen Staaten, die Turkei und Russlands.

    Fur Ihre Bequemlichkeit, zahlbar in Stufen wird die letzte Zahlung direkt in die Geburt des Kindes und seine Eintragung in Ihrem Namen gemacht. Naturlich konnen alle Einzelheiten werden einzeln besprochen und sind in der Vertragsurkunde festgelegt.
    Wenn Sie nutzliche Informationen gewesen sein, und Sie Fragen haben – Sie mich hier kontaktieren oder per E-Mail – [Emailadresse von Helge entfernt]

    • Antworten Helge 20.06.2017 um 14:14 Uhr

      Ich habe euch diesen Kommentar mal freigeschaltet, damit ihr sehen könnt, wie kommerziell Leihmutterschaft betrieben wird.

  • Antworten Stina 13.09.2017 um 10:43 Uhr

    Lieber Helge,
    vielen Dank für Deine reflektierte Sichtweise. Mir tut Euer unerfüllter Kinderwunsch sehr leid, und ich finde toll, wie Du damit umgehst. Ich bin selbst das Ergebnis einer Kinderwunschbehandlung, nämlich einer Samenspende – vor mehr als 35 Jahren leider noch anonym. Daher ist mir bei jeder Kinderwunschbehandlung, und insbesondere der Leihmutterschaft, das Kindeswohl besonders wichtig – und dazu gehört für mich auch, dass ein Kind nicht gegen Geld abgegeben werden sollte. Ich finde es schwierig, dass mein genetischer Vater vermutlich des Geldes wegen seinen Samen abgegeben hat. Wie viel schwieriger mag das erst sein, wenn man auch noch im Bauch einer anderen Frau entstanden ist und vll. noch eine Eizellspenderin beteiligt war. Hierzu gibt es übrigens auch einen englischsprachigen Blog von Betroffenen: http://theothersideofsurrogacy.blogspot.de/ Ich halte die Übergabe an die Wunscheltern auch nicht für gesund: Im Bauch entsteht zwischen Baby und Mutter in den neun Monaten Schwangerschaft ja schon eine Beziehung, so erkennt das Baby die Stimme und den Geruch der Mutter und die Milch ist auch auf das Baby abgestimmt. Und nach zwei Schwangerschaften kann ich sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand ein Kind für jemand anderen austrägt, ohne eigene finanzielle Interessen zu haben. Ich würde es noch nicht einmal für eine enge Freundin oder Verwandte machen, weil eine Schwangerschaft so einschränkend und körperlich belastend ist und sich der Körper echt lange davon erholen muss. Ich glaube übrigens auch nicht, dass in den USA Leihmutterschaften eher auf Augenhöhe stattfinden. In den dortigen Verträgen gibt es auch Klauseln, dass die Wunscheltern bei Mehrlingen oder Behinderungen die Leihmutter zur Abtreibung zwingen können. Außerdem sind es fast ausschließlich ärmere Frauen, die Leihmütter werden. Ich finde es jedenfalls sehr wohltuend, dass Du trotz des Kinderwunsches hinter solche Mechanismen schaust und nicht alle Grenzen überschreiten möchtest, um Deinen Wunsch zu realisieren. Ich wünsche euch alles Gute!

  • Antworten nimmu 20.08.2018 um 16:03 Uhr

    Danke für nützliche Informationen! Ich habe sie mit Interesse gelesen!

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