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Gesellschaftlich

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Diskriminierung von Kinderlosen

17.08.2015
Diskriminierung

Wenn du keine Kinder hast, kannst du nicht mitfühlen!

Richtig. Kann ich nicht. Aber warum soll ich deshalb keine Meinung zu dem Thema haben? Warum sollte ich zu Themen, die mich interessieren, aber nicht praktisch betreffen, meine Schnute halten? Wir alle diskutieren doch auch über Politik, auch wenn wir keine Politiker sind, Eltern äußern ihre Meinung wie Lehrer zu lehren haben und ich hab nun mal auch eine Meinung zur Kindererziehung.

Vor ein paar Tagen durfte ich mal wieder hören und lesen, dass ich mich gefälligst nicht zur hysterischen Debatte um Kinderimpfungen äußern solle, da ich ja nun mal keine Kinder habe und mich deshalb auch nicht in das Thema „reinfühlen“ könne.

  1. Falsch.
  2. Die Impf-Diskussion wird nur noch auf emotionaler Ebene geführt, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben auf der Strecke. Hilft es nicht gerade dann, wenn jemand außenstehender unvorbelastet ein paar Argumente in den Gefühlsbrei wirft?

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Bringt mal bitte jemand Licht ins Dunkel? – Ursachenforschung

10.08.2015
Ursachenforschung, oder Licht ins Dunkle bringen

Direkt nach der zweiten Fehlgeburt waren wir uns schnell einig, umgehend einen Beratungstermin in der KiWu zu vereinbaren – zur Ursachenforschung. Denn uns war klar, verklebten Eileiter sind nicht der Grund für eine weitere Fehlgeburt.

Mit so ziemlich genau diesem Rechenbeispiel begrüßte uns die Ärztin: „Toll ist doch, dass es ganz ohne Hilfe geklappt hat, am Transfer liegt es also nicht!“ und genau das ist ja das Schlimme! Es gibt vermutlich noch eine weitere noch völlig unklar Ursache. Wie nun also weitermachen? Weiterlesen…

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Kinderwunsch ist nicht nur weiblich

16.06.2015
Kinderwunsch unterstützen

Der unerfüllte Kinderwunsch stellt an Männer und Frauen unterschiedliche Herausforderungen. Die Frauen müssen während einer Behandlung bei einer Vielzahl von Ursachen selber auf den gynäkologischen Stuhl, Frauen spüren die Auswirkungen von Hormonen sprichwörtlich mit Haut und Haar, Frauen wissen zuerst, dass sich eine Schwangerschaft anbahnt und Frauen müssen Fehlgeburten am eigenen Leib ertragen.

Für die Männer bleibt dabei nur ein kleiner Bereich, in dem sie überhaupt aktiv werden können. In meinem Fall ist die Aktivität auf ein lustiges „Mütze auf, Mütze runter“-Spiel in einem Raum mit Kunstledersofa, Fernseher und ein paar Ausgaben „Playboy“ beschränkt. Ansonsten bin ich nur in der Reaktion. Und, meine lieben Frauen, das ist nicht einfach. Ich habe den Anspruch unseren gemeinsamen Kinderwunsch mitzugestalten. Ich möchte ebenfalls die Lasten tragen, mir mit Rieke die Schmerzen teilen, die notwendigen Entscheidungen treffen und alles hautnah spüren. Aber oft finde ich mich in einer passiven Rolle wieder. Das hat natürlich auch seinen Grund.

Eine Schwangerschaft spielt sich nun mal maßgeblich im Körper der Frau ab. Es ist mir schlicht nicht möglich, das leise Ziehen und Zwacken vor einem Eisprung zu spüren. Auch kenne ich die Schmerzen eines PMS nicht aus eigener Erfahrung. Naja, Rieke hat mir mal ähnliche Schmerzen zu Demonstrationszwecken zugefügt… Die Hormone werden ebenfalls nur an Rieke gegeben und sie hat mit Haarausfall, Hautirritationen und Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Ich hingegen bin nur zum Zuschauen verdammt.

Wie kann ich also beim Kinderwunsch helfen

Um nicht nur dumm daneben zu stehen, habe ich mir also überlegt, was ich tun kann. Und da sind mir so einige Dinge eingefallen.

  1. Damit Rieke nicht ganz alleine die Hürden der Kinderwunsch-Behandlung nehmen muss, rede ich viel mit ihr. Die gemeinsamen Gespräche fallen mir zwar nicht immer leicht, aber sie sind immens wichtig. Der psychologische Faktor ist von entscheidender Bedeutung. Nicht ohne Grund sagt man ja: „Entspannt euch, dann klappt das schon“, auch wenn ich den Sinn eines solchen Ratschlages mal unkommentiert stehen lasse. Bei einer Kinderwunsch-Behandlung ist der psychische Stress aber ein echtes Handikap. Dort setze ich an. Ich versuche Stress zu vermeiden, versuche Hoffnung zu spenden, stelle schöne Momente in den Vordergrund und verarbeite negative Erfahrungen mit ihr gemeinsam. Das Gefühl, mit dem Kinderwunsch allein zu sein, kann sehr verstörend sein. Schon als Paar ist es schwer, wenn man keine „Leidensgefährten“ kennt. Wie ist es dann erst für eine einzelne Person, wenn sie keinen Partner hat, mit dem sie sich austauschen kann?!
  2. Wenn Rieke wieder von Schmerzen und Verzweiflung geplagt wird, schließe ich sie in meine Arme und biete ihr eine Schulter, an der sie sich anlehnen kann.
  3. Wenn ihre Hormone sich wieder wie lila Minions anfühlen, dann ertrage ich ihre Launen und gleiche sie ein wenig aus, ohne mich genervt in die nächste Fußball-Kneipe zu verdrücken.
  4. Um für etwas Entlastung zu sorgen, versuche ich den Haushalt an allen möglichen Ecken zu übernehmen und ihr Ruhephasen einzuräumen. Zugegeben, hier ist noch Luft nach oben.
  5. Alle terminlichen Absprachen mit der Kinderwunsch-Klinik regele ich für sie.
  6. Ich zeige ihr meine uneingeschränkte Liebe. Denn sie kann NICHTS dafür, dass wir kein Kind bekommen können. Diesen Schuh, möchte ich, soll sie sich nie anziehen. Niemals! Meine Liebe zu ihr ist stärker als alles, was uns die Kinderwunsch-Behandlung abverlangt. Sie ist mir wichtiger, als der Wunsch nach einem Kind. Wäre es anders, würde der Kinderwunsch zu einem animalischen Drang nach Fortpflanzung degradiert. Und mal ehrlich, diesen Status haben wir doch schon hinter uns gelassen, oder?

Ihr seht, es gibt auch für die Männer einiges, was es zu tun gilt. Sei es nur die eigene Einstellung zur gemeinsamen Beziehung. Leider bleiben wir Männer dennoch immer ein bisschen außen vor.